Ausbildungsabschluss mit Zertifikat

Nach Absolvierung des gesamten Lehrgangs erhalten die Absolventen ein Zertifikat der DGLE und eines vom Institut. Hierzu sind der Institutsleitung folgende Unterlagen (in Fotokopie) vorzulegen:

  • Die fünf Semesterbestätigungen
    (Theorie mit Bausteinen 1 bis 5 zur Selbsterfahrung)
  • Bestätigung über das Gesprächsführungsseminar (Baustein 6)
  • Bestätigung über die Praxisorientierte Vertiefungen in Sinnseelsorge, Supervision und Biographiearbeit


Es befähigt die Zertifikatsinhaber, Logotherapie und Existenzanalyse im eigenen Wirkungsbereich in Form von Lebensberatung, aber auch als therapeutisches Verfahren, als sinn- und wertorientierte Seelenheilkunde, eigenverantwortlich anzuwenden. Es gestattet die selbständige Ausübung der logotherapeutischen und existenzanalytischen Kompetenz im Bereich der Therapie, Beratung sowie Bildung und Erziehung. Von den Praktizierenden wird erwartet, dass sie sich, dem „Geiste der Logotherapie“ entsprechend, einem hohen Berufsethos verpflichtet fühlen.

Kosten für beide Zertifikate: 40 Euro.

 

 

Wie wird jemand ein guter Logotherapeut?

Geht man davon aus, was im Werdegang der Schüler von Frankl – Elisabeth Lukas, Walter Böckmann, Uwe Böschemeyer und Wolfram Kurz – zum Vorschein kommt, merkt man, dass neben Begabung einige Jahre Praxis notwendig sind, wobei heute eine fundierte Ausbildung selbstverständlich dazugehört, um ein guter Logotherapeut zu werden.

Fundiert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jemand sich auf die volle Ausbildung mit Theorie und Praxis einlässt und sich während dieser Zeit – etwa drei bis vier Jahre – in den Stoff theoretisch wie praktisch so gut einarbeitet, dass er für sich selbst das klare Gefühl hat: Das Gelernte, Gehörte und Angeeignete gehört nun zu mir, ich habe es weitgehend verinnerlicht, es ist sozusagen mein Empfindungsgut und jetzt bin ich befähigt und bereit, logotherapeutisch und existenzanalytisch tätig zu sein.

Dabei ist, in einem weiteren Schritt, Folgendes zu unterscheiden:

Will ich im engeren Sinne (psycho-)therapeutisch tätig sein?

    → Dazu gehört viel Psychotherapeutisches.

Will ich eher im Sinne der Lebensberatung tätig sein?

    → Dazu gehört Pädagogisches, Psychologisches und Spirituelles.

Will ich eher im Bereich der Bildung und Erziehung tätig sein?

    → Dazu gehört Philosophisches, Organisatorisches und Management

 

Ob Psychotherapie, Beratung oder Bildung und Erziehung, – in allen Bereichen kann der in Logotherapie und Existenzanalyse fundiert Ausgebildete auf eine Kernidentität bauen. Sie artikuliert sich zunächst in der fühlenden Akzeptanz der „zwei Credos“ von Frankl, die da sind: das psychiatrische und psychotherapeutische Credo.

Das psychiatrische Credo lautet: »Ich glaube an das Fortbestehen der transmorbiden und heilen geistigen Person auch noch hinter der vordergründigen Symptomatik psychotischer Erkrankung«.

Das psychotherapeutische Credo lautet: »Ich glaube an die Fähigkeit des Geistes im Menschen, unter allen Bedingungen und Umständen irgendwie abzurücken vom und sich in fruchtbare Distanz zu stellen zum Psychophysikum an ihm«.

Die Kernidentität des gut ausgebildeten Logotherapeuten artikuliert sich dann aber auch in bestimmten Qualitäten und Einstellungen. Das Essenzielle
dazu wird hier nach Elisabeth Lukas zusammengefasst, – sinngemäß und auch wörtlich zitiert.