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Jahresbrief Newsletter

Liebe Freundinnen und Freunde unseres Institutes, geschätzte Damen und Herren,

wir danken Euch / Ihnen von Herzen für Eure / Ihre Anteilnahme und die unterstützenden Nachrichten. Wir nehmen nun Abschied und bereiten die Trauerfeierlichkeiten vor. Und es ist uns wichtig, Sie wissen zu lassen, dass sowohl die Ausbildung als auch Seminare, Beratung und Therapie im Institut in Zukunft weiter stattfinden werden. Die Institutsleitung hat sich vorsorglich in den vergangenen Monaten intensiv damit auseinandergesetzt, wie das Instituts-Geschehen gestaltet werden kann, wenn Otto nicht mehr voll einsetzbar ist. Da Otto nun nicht mehr in der Sichtbarkeit weilt, wird sein Geist in unserem Tun weiterwirken. Über unsere bewährten und neuen Angebote werden wir Sie im neuen Jahr informieren.


Otto Zsok hat noch im November diesen Jahresrückblick verfasst, den wir unverändert veröffentlichen möchten.

Jahresbrief 2022

Liebe Freundinnen und Freunde unseres Instituts, geschätzte Damen und geehrte Herren,
Kolleginnen und Kollegen in Europa und außerhalb, liebe Absolventen und Kursteilnehmer!

Vor einem Jahr haben wir unseren Jahresbrief so eröffnet: »Ein neues Jahr, ist nur ein neues Datum, und untersteht, gewisslich, keinem Fatum!« Nun, im Rückblick auf das alte, und im Vorausblick auf das neue Jahr, fragen wir uns: Glauben wir daran, dass es sich so verhält? Denn seit dem 24. Februar 2022 tobt ein böser Krieg auf dem europäischen Boden, dessen Ziel Vernichtung von Infrastrukturen und Zerstörung eines Landes ist, gepaart mit manchen weiteren Krisen (Hunger, Klimawandel, Korruption im großen Stil, Pandemie usw.), die unser Leben auf Erden nicht erleichtern. Wen wundert es, dass tragisch-pessimistisch und fatalistisch denkende Menschen sich leicht Bildern der Untergangszenarien hingeben und etliche Verschwörungsideen verbreiten. Kann das alles der Weg aus der Sackgasse sein? Sicher nicht, denn letztlich ist es der in vielen Einzelnen wach werdende Wille zum Sinn, der die Verstrickung auflöst und das Geschehen zum Guten und Sinnvollen hinlenkt.

Doch es gibt Schicksalhaftes, das sich nicht so schnell verändern lässt, weil dunkle Kräfte mitmischen, die heimtückisch und latent wirken. So war dies der Fall vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges; so ist dies der Fall in dem Russland-Ukraine-Konflikt und so ist dies der Fall, wenn eine Krankheit schleichend kommt und plötzlich ausbricht, die den Betreffenden in eine Ohnmacht hineinstürzt, die keinen Namen mehr hat. Dass solch eine schwere Krankheit, ein Pankreastumor, im Juni 2022 gerade mich (O. Zsok) trifft und mich längerfristig in einen homo patiens verwandelt – das erlebe ich als schicksalhaft. Nur die innere Haltung vermag hier zu helfen, nach dem Motto: »G« wie Gebet, dann »G« wie Geduld, und schließlich »G« wie Gelassenheit. Oder, wie Viktor Frankl schreibt über den Sinn des Leidens: »Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. Das Schicksal, das ein Mensch erleidet, hat also erstens den Sinn, gestaltet zu werden – wo möglich –, und zweitens, getragen zu werden – wenn nötig.«

Darüber hinaus sind es die treuen und mitfühlenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es er-möglicht haben, dass das Leben im Institut dennoch weiterging. Allen sagen wir an dieser Stelle ein großes Dankeschön für ihren Einsatz! Für Eure rührende Zuwendung sind wir – Otto Zsok und Nadja Palombo – aus dem Herzen dankbar!! Euer Geschenk Ihr Lieben, nämlich das wunderbar gestaltete Buch »Licht«, berührt bis heute meine Seele – danke!

Und wird das Schicksalhafte, von Fall zu Fall, nicht abgeschafft werden können, darf sich der homo patiens mit inspirierten Gedanken aus der Bibel ermuntern und um ein fröhliches Herz bitten. Da heißt es: »Gib dich nicht der Traurigkeit hin und plage dich nicht mit deinen eigenen [negativen] Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert das Leben. Ermuntere dich und tröste dein Herz und vertreibe die Traurigkeit von dir. Denn die Traurigkeit tötet viele Leute und dient doch zu nichts.« (Jesus Sirach, Altes Testament)

Der schwer Leidende darf auch, wenn er mag, sich das Bild des weisen Menschen vor Augen halten, es betrachten und erfühlen, ob er sich nicht diesem Bild anschließen will, nämlich: »Ein weiser Mensch wandelt jeden Widerstand in eine Gelegenheit zur Bewährung um; die Fehler derer, mit denen ihn das Schicksal in unabänderliche Berührung bringt, werden zum Prüfstein seiner eigenen Tugenden. Er begegnet der Reizbarkeit mit Ruhe und Geduld, welche sich dann einstellt, wenn er seine Aufmerk-samkeit auf das innere Selbst lenkt. Er verschlimmert auch nicht die Dinge durch übermäßiges Verweilen in negativen kritischen Gedanken oder Gesprächen, sondern lebt seiner Überzeugung gemäß und wandelt seine Prinzipien in die Praxis um; er wird nicht nur seine eigenen Freunde, sondern auch seine Feinde der gütigen Vorsehung des Höchsten empfehlen. Er weiß, dass durch Vergebung stets mehr erreicht wird, als durch das Nachtragen von Hassgefühlen. Wer letztere nährt, ist blind und merkt nicht, dass er für das Festhalten am alten Unrecht selbst büßen muss. Es soll der weise Mensch ›ein geheimer Bote des Höchsten‹ für alle sein, denen er am Lebensweg begegnet. In seinem Geiste sei eine göttliche Botschaft für jeden von ihnen, wenn sie demütig danach verlangen, sonst bleibt die Botschaft ungeboren.« (Bô Yin Râ, Der weise Mensch)

Ein durch und durch positives Ereignis war unser Jubiläumskongress 35 + 1 am 1. und 2. Oktober 2022. Er ist großartig gelungen. Unsere Referentinnen und Referenten haben durch hervorragende Beiträge die Inhalte bereichert; die durch Angela Grabowski gestaltete Ausstellung war wunderschön und die musikalischen Klavier- wie Orgelbeiträge von Joseph Kelemen brachten den klingenden Logos, »das klingende Licht« zum Ausdruck. Dass es der Leitung gelungen ist, die Eröffnungsrede gemeinsam zu halten, war – angesichts der schweren Erkrankung von Otto Zsok, bei dem Nadja Palombo viele Wochen ausgeharrt hat – eine Art »Wunder“. Auch dafür sagen wir dem Himmel ein großes Dankeschön!

In diesen letzten Tagen des krisengebeutelten Jahres 2022, im Rückblick, wollen wir der geistigen Lenkung erneut und noch einmal und wiederholt danken. Ebenso danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Studentinnen und Studenten, die auf je eigene Weise die Arbeit im Institut mitgetragen, unterstützt und das Geschehen mitgestaltet haben.

In diesen letzten Tagen des Jahres, im Vorausblick auf das Jahr 2023, wollen wir die geistige Lenkung darum bitten, dass wir die Geist- und Wertimpulse, die uns aus dem Geistigen kontinuierlich erreichen, nicht ignorieren, sondern wahr machen – ein jeder an seinem Platz, in seinem Wirkungskreis, so gut er es kann und auf seine eigene Weise. Hierzu können unsere Seminarangebote, die ab Februar 2023 starten werden, ein Stück weit behilflich sein.

Geehrte Dame und geehrter Herr, geschätzte Kolleginnen und Kollegen aus allen europäischen und nicht-europäischen Logotherapie-Instituten:

Gegen Ende eines schicksalhaften Jahres wünschen wir Ihnen und Euch allen aus dem Herzen friedliche Weihnachtstage, die Kraft der großen Hoffnung und »die Geduld der Heiligen« im neuen Jahr 2023. Möge bald Frieden einkehren, in der Ukraine und woanders. Möge es vielen Menschen gelingen, ihr ureigenes Ich im Licht zu erleben.

Mit herzlichen Grüßen und Segens-Wünschen

Nadja Palombo und Otto Zsok (im Geiste verbunden)
und das gesamte Team des Süddeutschen Instituts


Informationen zu den Trauerfeierlichkeiten am 13. Und 14.12.2022

Requiem: Dienstag, den 13.12.2022 um 18:00 Uhr
Gottesdienst / Beisetzung: Mittwoch, den 14.12.2022 um 10:30 Uhr.
Ort: St. Magdalena (Stadtfriedhof), Kirchstraße 4, 82256 Fürstenfeldbruck
Anfahrt am 13.12.2022: Wegen einer Veranstaltung in Fürstenfeldbruck an diesem Abend beachten Sie bitte die Informationen und die Anfahrtsskizze in den Termindetails (zum Öffnen hier klicken).

Weitere Informationen zur Anfahrt nach Fürstenfeldbruck finden Sie auch auf unserer Homepage: https://logotherapie.de/anfahrt-und-unterkunft/

Gedenkseite / Kondolenzbuch online

Auf der folgenden Seite haben Sie die Möglichkeit, eine Gedenkkerze zu entzünden und persönliche Einträge vorzunehmen: https://www.hanrieder-kondolenzen.de/otto_zsok

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