Einige Zitate zu Logotherapie

„Der Wille zum Sinn ist ein ausgesprochenes Therapeutikum. Seine Erweckung ist das Einzige, das dem Menschen von heute über das existentielle Vakuum hinwegzuhelfen vermöchte. Der Logotherapie als einer Therapie vom Logos, und das heißt: vom Sinn her, geht es um den personalen und konkreten Lebenssinn, dessen Erfüllung jedem einzelnen abverlangt und aufgetragen ist.“
(Viktor Frankl, Der leidende Mensch, Bern: Hans Huber Verlag 1996, S. 25.)

„Nur im Handeln lassen sich die Lebensfragen wahrhaft beantworten – ihre Beantwortung erfolgt in der Verantwortung je unseres Daseins. Ja, unser ist das Dasein überhaupt nur, soweit es verantwortetes Dasein ist.

Wir sind die Befragten! Wir sind die, die da zu antworten haben, Antwort zu geben haben auf die ständige, stündliche Frage des Lebens, auf die »Lebensfragen«.

Nicht nur von Stunde zu Stunde wechselt die Frage, die das Leben an uns stellt, – gemäß der Einmaligkeit jeder Situation, – sondern sie wechselt auch von Mensch zu Mensch, entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person.

All unser Sein ist ein Antworten – ein Ver-Antworten des Lebens.

Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet.

Eigentlich dürfte man sich nicht fragen, was erwarte ich mir vom Leben, sondern vielmehr: Wer oder was wartet auf mich – ein Mensch oder ein Werk, eine Person oder eine Sache? Und: Wer erwartet etwas von mir? ... Insofern, als wir auf die Tatsachen des Lebens erst zu antworten haben, stehen wir stets vor unvollendeten Tatsachen. – Ich bin davon überzeugt, daß eine positive Sinnorientierung ein Mittel der Heilung ist.

Ich glaube, daß der Mensch eines gewissen, eines gesunden, eines dosierten Maßes von Spannung bedarf. Ich nenne sie Noodynamik: das ist das polare Spannungsfeld, das sich zwischen dem Menschen und dem seiner Erfüllung durch ihn harrenden Sinn auftut, unaufhebbar und unabdingbar.

Sinnorientierung ist das Ausgerichtet- und Hingeordnetsein eines Menschen auf eine Welt des Sinnes und der Werte“
(Viktor Frankl, Ärztliche Seelsorge, Deuticke 2005, S. 20 – 22).

Manches Problem kann allein schon dadurch gemildert werden, daß der Blick des Patienten auf den ihm offenstehenden Freiraum zentriert wird, wo er noch Möglichkeiten hat, mit seinem Schicksal fertig zu werden.
(E. Lukas)

Individuelle Sinnmöglichkeiten zu beleuchten ist eine Verpflichtung des Beraters. Es besteht eine direkte Verbindung zwischen der mentalen Gesundheit eines Menschen und der Wertfülle, die er seinem Leben zusprechen kann.
(E. Lukas)

Der moderne Mensch ist jederzeit geneigt, gegen ein Schicksal zu revoltieren, aber er hat es verlernt, ein Schicksal anzunehmen. Zu ersterem hat er den Mut; zu letzterem fehlt ihm die Demut.
(E. Lukas)

Humor, autonomes Handeln und Güte im Herzen sind ein gutes Dreiergespann, um Neurosen aller Art zu bekämpfen und das Leben zu meistern.
(E. Lukas)